GEÄNDERTE STEUERVORSCHRIFTEN FÜR DAS JAHR 2018
 
I.KÖRPERSCHAFTSTEUER

 

1.Trennung der Erträge aus der Finanz- und operativen Tätigkeit – zwei Einnahmequellen bei der Körperschaftsteuer

Ein Katalog der Kapitalerträge wurde in Art. 7b des Körperschaftsteuergesetzes (CIT-Gesetz) aufgenommen. Im Sinne dieser Vorschrift gelten als Kapitalerträge Erträge aus:

- der Beteiligung am Gewinn der juristischen Personen

- einer Sachleistung

- der Veräußerung von Anteilen, auch aller Rechte und Pflichten – darunter zwecks der Einziehung

- dem Austausch der Anteile

- der Veräußerung der Forderungen

- den Vermögensrechten (Urheberrecht, gewerbliche Schutzrechte – Lizenzen, Know-how)

- Wertpapieren und Derivaten

- Mietverträgen (bezüglich der vorstehend genannten Vermögensrechte)

Als Kapitalerträge gelten nicht die „klassischen” Zinsen aus an Mitarbeiter oder andere Personen gewährten Darlehen.

Beim Erzielen von Kapitalerträgen sind diese Erträge und die damit verbundenen Kosten getrennt von den operativen Erträgen zu erfassen.

 

2. Limit für steuerlich absetzbare Kosten der Beratungs- und Managementleistungen, Werbung und Lizenzen und sonstige immaterielle Leistungen, die durch verbundene Unternehmen bezogen werden – von einem Wert über 3 Millionen Zloty pro Jahr.

Dieses Limit ist für „große Unternehmen” vorgesehen, die immaterielle und Beratungsleistungen von ihren verbundenen Unternehmen erwerben. Es betrifft ferner Jahresausgaben in einer Höhe von mindestens 3 Millionen Zloty. Im Gesetz ist die Möglichkeit vorgesehen, auch höhere Beträge derartigen Ausgaben als steuerlich absetzbare Kosten auszuweisen, allerdings müssen dann zusätzliche Anforderungen erfüllt werden, u.a. ist der durch den Finanzminister festgelegte Marktpreis der Kosten zu akzeptieren oder der Betrag der überschussigen Kosten darf 5% des EBITDA-Wertes nicht überschreiten.

 

3. Limit für steuerlich abziehbare Kosten, die aus der Fremdfinanzierung (Thin Capatalisation) entstehen.

Wie vorstehend betrifft das Limit nicht Steuerpflichtige, deren Verbindlichkeiten den Betrag von 3 Millionen Zloty nicht überschreiten. Nach den neuen Vorschriften werden auf den limitierten Betrag auch sonstige Kosten der Fremdfinanzierung wie Gebühren, Provisionen, im Rahmen der Leasingrate anfallende Zinsen, Strafgebühren für Zahlungsverzug und Kosten der Sicherung der Verbindlichkeiten angerechnet; dies gilt auch für die Finanzierung durch nicht verbundene Unternehmen. Diese Vorschriften sind auf „neue”, d.h. seit dem neuen Steuerjahr (2018) aufgenommene Verbindlichkeiten anzuwenden.

 

4. Abschreibung – ein höheres Limit für minderwertige Sachanlagen.

Ab 2018 wird das Limit für den Wert der Sachanlage, die einmalig abgeschrieben werden kann, von dem bisherigen Betrag von 3.500 zł auf 10.000 zł erhöht. Die sonstigen Abschreibungsvorschriften bleiben unverändert – die einmalige Abschreibung bis zu 50.000 EURO für kleine Unternehmen und die Abschreibung neuer Sachanlagen bis zu 100.000 zł.

 

5. Keine Steueranzahlungen?!

Diese Regelung gilt nur für Anzahlungen auf Körperschaftsteuer und nur bis zum Betrag von 1.000 zł im Jahr. Nach Ablauf des Jahres und bis zur Abgabe der Steuererklärung ist die geschuldete Steuer in voller Höhe zu leisten. Die Entscheidung darüber, ob die Steuerbeträge bis zur Höhe von 1.000 zł unterjährig nicht gezahlt werden, trifft natürlich der Steuerpflichtige selbst.

 

6.  Ausschüttungen aus dem Finanzgewinn netto gelten nicht mehr als steuerlich abziehbare Kosten.

 

II. EINKOMMENSTEUER

 

1. Höherer steuerfreier Betrag. 

Erhöhung des steuerfreien Betrages von 638 zł auf 1.000 zł – im Falle von Beihilfen, anderen als in Art. 21 Abs. 1 Ziff. 26 des Einkommensteuergesetzes (updof) genannt, die aus dem Fond einer betrieblichen oder überbetrieblichen Gewerkschaftsorganisation an Mitarbeiter, die ihre Mitglieder sind, ausgezahlt werden.

Erhöhung des steuerfreien Betrages von 2.280 zł auf 6.000 zł – im Falle von Erträgen aus dem Austausch von Sachen oder Rechten.

Erhöhung des steuerfreien Betrages von 2.280 zł auf 3.000 zł – im Falle von Leistungen, die  durch Rentner und Invalidenrentner im Zusammenhang mit ihrer früheren Betriebszugehörigkeit bezogen werden.

Erhöhung des steuerfreien Betrages von 380 zł auf 1.000 zł im Falle der durch den Mitarbeiter im Rahmen der Finanzierung der sozialen Tätigkeit aus dem Betrieblichen Sozialleistungsfonds bezogenen Leistungen.

Ausflüge und Erholung von 760 zł auf 2.000 zł – Zuschüsse zu Erholungsaufenthalten, die durch spezialisierte Unternehmen in Form von Aufenthalten in Ferienheimen, Kinder-, Sport- oder Winterlagern organisiert werden. 

Erhöhung des steuerfreien Betrages von 2.280 zł auf 3.000 zł – im Falle der Leistungen, die durch Familienangehörige von verstorbenen Mitarbeitern, Rentnern bzw. Invalidenrentnern aufgrund separater Vorschriften bezogen werden.

Der steuerfreie Betrag von 2.280 zł, der im Jahre 2017 für Beihilfen vorgesehen war, die im Falle individueller Ereignisse, Naturkatastrophen, chronischer Krankheiten oder im Todesfall ausgezahlt werden, wird ab 2018 unbegrenzt erhöht, soweit die Beihilfe aus dem Betrieblichen Sozialleistungsfond finanziert wird, und im Falle der Finanzierung dieser Leistungen aus anderen Quellen beträgt der steuerfreie Betrag 6.000 zł.

1.000 zł im Falle des Zuschusses pro Kind im Kindergarten oder Krippe, soweit diese Leistung nicht aus dem Betrieblichen Sozialleistungsfond des Arbeitgebers finanziert wird.

 

2.  Höhere Werbungskosten für Künstler und Autoren.

Der in Art. 22 Abs. 9a des Einkommensteuergesetzes genannte steuerfreie Betrag wird seit 2018 verdoppelt und beträgt 85 528 zł pro Jahr.

Der neu festgelegte steuerfreie Betrag findet Anwendung auf Erträge aus folgender Tätigkeit:

 

1. Architektur, Innenraumarchitektur, Landschaftsarchitektur, Städtebau, schöngeistige Literatur, bildende Künste, Musik, Fotografie, audiovisuelle Produktion, Computerprogramme, Choreographie, künstlerischer Streichinstrumentenbau, Volkskunst und Journalistik;

2.    Forschung und Entwicklung sowie Wissenschaft und Didaktik;

3.    Schauspielerkunst, künstlerische Auftritte, Theater- und Bühnenregie, Tanz-, Zirkus-, Dirigenten- und Gesangkunst, Musikaufführungen, Kostümgestaltung, Szenografie;

4.    Audiovisuelle Produktion der Regisseure, Drehbuchverfasser, Bild- und Tonoperateure, Bild- und Tonschneider, Stuntmänner;

5.    Publizistik.

3.  Abschreibung – erhöhter Wert der einmalig abzuschreibenden minderwertigen Sachanlagen wie im Falle der Körperschaftsteuerpflichtiger.

 

III. UMSATZSTEUER (VAT)

 

1. JPK-Datei verbindlich für alle Steuerpflichtige

Seit dem 1. Januar 2018 ruht auf allen (mikro und kleinen) Umsatzsteuerpflichtigen (VAT) die Pflicht, eine JPK-VAT-Datei jeweils zum 25. Tag des Folgemonats nach dem Monat, den die Einkaufs- und Verkaufsgeschäfte betreffen, zu verschicken. Die Verschickung der JPK-Datei befreit nicht die Steuerpflichtigen von der Verpflichtung zur Verschickung der Umsatzsteuererklärung.

 

2. Finanzbetrüge über Banksysteme – Löschen der Umsatzsteuerpflichtigen ohne Mitteilungspflicht.

Mit dem Gesetz über Änderung der Gesetze zwecks der Verhinderung der Steuerhinterziehung unter Nutzung des Finanzsektors wurde in das Umsatzsteuergesetz (VAT-Gesetz) eine neue Voraussetzung für die Ablehnung der Eintragung in das VAT-Register und die Löschung von Amts wegen einer Person als Umsatzsteuerpflichtigen, ohne dass sie darüber informiert wird, aufgenommen. Das Löschen des Umsatzsteuerpflichtigen aus dem VAT-Register erfolgt aufgrund Art. 96 Abs. 4a Ziff. 5: (eine Person) wird in das VAT-Register nicht eingetragen und im VAT-Register gelöscht, wenn aufgrund der vorliegenden Angaben ein Verdacht geschöpft werden kann, dass sie als Steuerpflichtige Maßnahmen mit dem Ziel ergreift, die Tätigkeit der Banken oder genossenschaftlichen Spar- und Kreditkassen für Steuerhinterziehung zu missbrauchen.

 

3. Umsatzsteuererklärungen (VAT) und Umsatzsteuererfassung nur in elektronischer Form.

Seit dem 1. Januar 2018 haben alle Umsatzsteuerpflichtigen die Umsatzsteuererklärung an das Finanzamt in elektronischer Form zu verschicken.

Auch seit dem 1. Januar 2018 ist die Umsatzsteuererfassung aufgrund Art. 109 Abs. 8a des Umsatzsteuergesetzes in elektronischer Form unter Einsatz von Computerprogrammen  zu führen.

 

STEUERBERATUNG

 

GESCHÄFT CONSULTING

 

BUCHFÜHRUN

 

LÖHNE UND HR